Der Tag der Vernissage – Part 2

Waren Sie schon einmal auf einer Vernissage? Vielleicht sogar auf der des 16. ERFURTER SCHMUCKSYMPOSIUMS?

Am Anfang einer Vernissage wird erst einmal sehr viel geredet. Verschiedene Leute danken verschiedenen Leuten. Der Eine oder die Andere mag das etwas langweilig finden, aber dennoch ist es wichtig. Denn hier wird das Engagement der Menschen gewürdigt, die so ein großartiges Projekt, wie das ERFURTER SCHMUCKSYMPOSIUM und dessen abschließende Präsentation überhaupt möglich machen.

Am Ende steht die Arbeit der Künstler*Innen, die in der Ausstellung präsentiert wird. Wie viel Fleiß und Mühe, wie viele Fehlversuche, Selbstzweifel und Neuanfänge dahinter stecken, sieht man den Schmuck- und Kunststücken oft nicht an. Noch weniger sieht man aber den unermüdlichen Einsatz der Organisator*Innen und Helfer*Innen, die Sponsoren suchen, das Projekt vorbereiten und veranstalten oder zum Beispiel beim Aufbau der Ausstellung helfen.

Ich werde an dieser Stelle jetzt nicht all diese Personen aufzählen, denn ich würde am Ende doch nur jemanden vergessen. Stattdessen möchte ich stellvertretend vier Frauen danken, die meines Erachtens einen sehr großen Anteil am Erfolg des ERFURTER SCHMUCKSYMPOSIUMS haben. Da wäre zum einen Michaela Hirche vom Verband Bildender Künstler e.V., die mich als Bloggerin überhaupt ins Spiel gebracht hat. Vielen lieben Dank dafür!
Ein ganz besonders großer Dank – und da spreche ich sicher auch für die anderen Teilnehmer*Innen – geht an die drei tollen Frauen vom Projektteam, Heike Gruber, Mandy Rasch und Karola Torkos, die uns eingeladen, in den 2 Wochen begleitet und unterstützt haben. Ihr Drei ward einfach super und habt Großartiges geleistet! Liebe Mandy, liebe Karola, wie Ihr Beiden die Doppelbelastung der Organisation bei gleichzeitiger Teilnahme gemeistert und dabei auch immer wieder für Stimmung und gute Laune gesorgt habt, das macht Euch so schnell keine*r nach! Ganz herzlichen Dank dafür!

Bei einer Vernissage geht es also auch darum, die Arbeit der Personen im Hintergrund zu würdigen. Darüber hinaus ist sie aber die offizielle Einladung für alle, in den nächsten Tagen und Wochen die Resultate künstlerischen Schaffens in Augenschein zu nehmen.

Viele Besucher haben an diesem Tag die Einladung angenommen. Sie schlenderten durch die Räume, begutachteten die Kunst- und Schmuckstücke des Internationalen Emailsymposiums, des Turnover Schmucksymposiums und des ERFURTER SCHMUCKSYMPOSIUMS und nutzten gleichzeitig die Chance mit den Künstler*Innen ins Gespräch zu kommen, während es für diese wiederum ebenfalls etwas ganz Besonderes war, den Reaktionen der Ausstellungsbesucher auf ihre Arbeiten unmittelbar beizuwohnen.

Für Künstler*Innen bedeutet eine Vernissage nämlich, Abschied zu nehmen. Ihre Arbeit ist getan. Sie müssen nun loslassen und ihr Werk in die Obhut seiner Betrachter*Innen geben. Erst dort erfährt jede künstlerische Arbeit ihre mannigfaltige Vollendung…

Für uns Künstler*Innen des ERFURTER SCHMUCKSYMPOSIUMS hieß es an jenem Tag aber nicht nur, Abschied vom eigenen Werk zu nehmen, sondern auch Abschied von einander.
Martin Verner hatte uns bereits früh am Morgen verlassen, weil bei seiner Frau die Wehen eingesetzt hatten. Sein kleiner Sohn, unser Symposiumsbaby 😉 , kam gesund und munter auf die Welt, während Martin noch im Bus saß und wir anderen den Kolloquiums-Vorträgen lauschten.
Der Rest von uns traf sich zu einem letzten Beisammensein in der Erfurter Gastronomie Le Bar. Dort saßen wir gemeinsam mit Miroslaw Cogan, Daniel Kruger, Christian Hoedl und – ganz wie an unserem allerersten Abend – mit Uta Feiler und Rolf Lindner,  Mitinitiatorin und Mitinitiator des ERFURTER SYMPOSIUMS und beide spannende Gesprächspartner, sowie mit vielen anderen lieben Gästen zusammen, redeten, aßen und lachten, bis es irgendwann Zeit wurde, einander zu drücken und Auf Wiedersehen zu sagen.

Auch ich sage für heute Auf Wiedersehen, aber im ganz wortwörtlichen Sinne, denn wenngleich chronologisch am Ende des Symposiums so bin ich doch noch nicht ganz fertig zu erzählen…

 

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3 Kommentare

  1. Hat dies auf Mia.Nachtschreiberin. rebloggt und kommentierte:
    Liebe Mo,
    diesen folgenden Satz fand ich sehr spannend und ist die für mich zentrale Aussage, über die ich so noch nie aus dieser Perspektive nachgedacht habe:
    „Für Künstler*Innen bedeutet eine Vernissage nämlich, Abschied zu nehmen. Ihre Arbeit ist getan. Sie müssen nun loslassen und ihr Werk in die Obhut seiner Betrachter*Innen geben.*

    Abschied
    Kreative Werke
    gehen in die
    Welt erzählen von Ihrem
    Zauber

    Freue mich darauf, wenn du weiter von dieser inspirierenden Kreativität erzählen wirst …
    Viele Grüße,
    Mia

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe Mo,
    da geht es mir wie Mia, auch für mich war diese Sichtweise, dass die KünstlerInnen bei einer Vernissage ja schon von ihrem Werk Abschied nehmen, nicht wirklich präsent. Danke für die Öffnung einer anderen Perspektive. Und auch danke für die stimmungsvollen Fotos, die einen mit hinein nehmen in dieses besondere Atmosphäre.
    Liebe Grüße
    Anne

    Gefällt 1 Person

  3. Liebe Mo,
    ich finde es schön, dass ich durch diesen Blog auch virtuell an der Ausstellung teilnehmen kann und so interessante Hintergründe erfahre.
    Mich hat auch deine Aussage zum Abschied vom Werk sehr angesprochen. Ich denke, es ist bei jedem künstlerischen Prozess (auch z.B. beim Schreiben) so, dass mit der Präsentation diese intime und geheimnisvolle Zwiesprache zwischen Schöpfer und Werk endet und ein Loslassen erforderlich ist. Dafür kann das Werk dann in Dialog mit den Betrachtern, Hörern oder Lesern treten.
    Herzliche Grüße
    Ulrike

    Gefällt 1 Person

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