Ein magischer Ort

Erfurter Schmucksymposium_ AffenskulpturWenn man von der Erfurter Stadtmitte aus dem Lauf der Gera durch den Nordpark folgt, kreuzt man irgendwann die Vilniuser Straße. Bleibt man dann auf der rechten Seite der Gera, führen hinter dem modernen Bau eines Alten-und Pflegeheims ein paar Stufen vorbei an einer Affenskulptur zu einem magischen und geschichtsträchtigen Ort, den seltsamer Weise nur sehr wenige Erfurter kennen. Auch ich, obwohl ich den Großteil meines Lebens hier verbracht habe, hatte bis vor wenigen Tagen keine Ahnung, dass so ein wunderbarer Ort in unserer schönen Stadt existiert: die Künstlerwerkstätten der Stadt Erfurt, seit vielen Jahren Heimat des Internationalen Emailsymposiums und des ERFURTER SCHMUCKSYMPOSIUMS.

Hier finden Schmuckdesigner*Innen und andere Künstler*Innen alles was das Herz begehrt. Es gibt eine Goldschmiede, Öfen zum Brennen und Emaillieren, Walzen, Werkbänke, riesige Arbeitstische und eine Menge Arbeitsplatz drinnen und draußen…

Das Gelände mit seinen verwitterten Skulpturen, den Kunst-Installationen in den Bäumen, die Nähe zum Nordpark und der Gera, all das ist Inspiration pur.

Trotzdem fand ich es erstaunlich, wie bereits am ersten Tag Ideen über Ideen Funken sprühten und sich aneinander entzündeten.

Bernhard Elsässer z.B., seines Zeichens Modedesigner und neben mir quasi der „Outsider“, spielte mit dem Thema RE/Formation und lies sich dadurch zu kleineren Bleistiftschraffuren inspirieren. Auf diese Weise fing er in den Furchen und Rissen des Geländes und in den Strukturen der Werkzeuge und Arbeitsflächen die Geschichte der Werkstätten ein. Bettina Dittlmann griff die Idee auf und übertrug das Gesicht einer Reliefskulptur auf dünnes Kupferblech…

Auch die anderen Künstler*Innen legten sofort los, arbeiteten mit festem oder flüssigem Porzellan, schnitten Plastik oder präparierden Kuhdarm, brannten Email im Ofen. Ich hüpfte zwischen ihnen hin und her, voller Neugier und Faszination. Überall gab es etwas Neues und Aufregendes zu entdecken, so dass ich erstmal gar nicht zum Schreiben kam. Und nun ist schon so viel passiert, dass ich mich frage, womit fange ich denn jetzt bloß an, denn:

Erfurter Schmucksymposium_Entscheiden geht nüsch

Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf die kommenden Tage, denn das Paradies der Kreativen hat derzeit für mich einen Namen… 😀

 

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7 Kommentare

  1. Hat dies auf Mia.Nachtschreiberin. rebloggt und kommentierte:
    Liebe Mo,
    ich kann mir so richtig gut vorstellen, wie deine Künstlerin mit dir, inmitten dieser Energien, „herumgesprungen“ ist und ganz viele Ideen und Möglichkeiten und und und geradezu absorbiert und dann in Worte und Bilder geformt hat …
    Ich finde, du bist einfach prädestiniert für diesen Job, wer sons, liebe Mo!
    Viele Grüße,
    Mia.

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe Mo,

    erst mal herzlichen Glückwunsch zu deinem Auftrag – die Veranstalter haben in dir die ideale Bloggerin mit kreativem Gespür und Ausdruck gefunden.

    Ich lasse mich gerne von dir entführen in die versteckten Erfurter Künstlerwerkstätte und schaue mit dir den Schmuckdesignern und -künstlern über die Schulter.
    Dass man aus einem Kuhdarm Schmuck herstellen kann, hätte ich wirklich nicht gedacht.

    Dein Foto mit den Gläsern mit der grün-blauen Farbpalette (davor die dramatisch hin geraffte Biene) finde ich super und bringt die Bandbreite und Nuancen des künstlerischen Schaffens toll zum Ausdruck. Wofür werden die Farbkörner verwendet und woraus bestehen sie?

    Herzliche Grüße
    Ulrike

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Ulrike,

      schön, dass Du da bist und vielen Dank für Komplimente und das Interesse. Die Farbkörner nennt man Emailgranulat. Man verwendet sie zum Emailieren von Metall. Email ist hochschmelzendes Glas, das sich aus Quarzsand und Feldspat, weiter aus Borsäure, Pottasche, Soda oder Bleimennige zusammensetzt. Hinzu kommen gebenenfalls dann noch sog. Trübungsmittel und die farbgebenden Substanzen, im Fall von Grün z.B. Kupferoxid und Chromoxid.

      lg. Mo…

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  3. Liebe Mo,
    Dieses Bild mit der Affenskulptur hat es mir sehr angetan. Der Lichteinfall bei Deiner Fotographie verstärkt die Magie der Figur. Und dann so viel unterschiedliche schöpferische Energie an einem Ort versammelt, dass Du da ins Hüpfen kommst, glaub ich gern. Als Teenager hatte ich mal einen kleinen Emailbrennofen. Das fand ich damals sehr faszinierend, was aus dem Granulat alles entstehen konnte. Wie toll muss es sein, damit „richtig“ kreativ zu arbeiten. Ich bin sehr gespannt auf die nächsten Beiträge.
    Liebe Grüße
    Anne

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Anne,
      ja, die Affenskulptur stammt noch aus DDR-Zeiten und hat überlebt, sicher nicht zuletzt, weil sie irgendwie auch eine humorvolle Seite hat.
      Es ist wirklich sehr spannend hier. Ich komme kaum zu schreiben, aber ich werde schon bald wieder etwas posten. Freue mich, dass du mit dabei bist!
      lg. mo…

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